Autorin: Anika Bittorf
Geprüft von: Medical Affairs

So äußern sich Nagelprobleme

Schöne, gepflegte Nägel sind ein absoluter Hingucker. Sie sind glatt, kräftig, elastisch, ohne Flecken oder Grübchen und zeigen meistens am unteren Rand einen weißen Halbmond. Nagelprobleme werden da schnell sichtbar.

Nägel gelten nicht nur als persönliche Visitenkarte, sondern besitzen auch einen hohen Stellenwert für das eigene Wohlbefinden und Selbstwertgefühl. Sie sind wie die Haare sogenannte Hautanhangsgebilde und bestehen aus einer harten Hornsubstanz, die eine leicht gewölbte Platte besitzt.1 Diese ist etwa einen halben Millimeter dick und mit dem darunterliegenden Nagelbett an drei Seiten verwachsen.2

Nagelaufbau Illustration

Die Hautkanten links und rechts werden als Nagelwall bezeichnet, der untere Hautrand als Nagelfalz. Sowohl der Nagelwall als auch die Nagelfalz erfüllen eine wichtige Schutzaufgabe. Sie verhindern, dass Bakterien und Pilze unter die Nagelplatte ins Nagelbett eindringen und dort zu Nagelproblemen führen können. Die Nagelplatte ist noch über die Nagelmatrix mit dem Nagelbett verbunden. Ihr sichtbarer Teil schimmert als weißer Halbmond durch die Nagelplatte hindurch. Experten nennen diesen Bereich auch „Lunula“ (lateinisch: Möndchen).3

In der Nagelmatrix kommt es zur Bildung von neuer Hornsubstanz. Diese lagert sich an die Nagelplatte an. Der Nagel wird nach vorne geschoben. So kommt es zum Wachstum der Nägel. Zehennägel wachsen in der Regel etwas langsamer als Fingernägel. Für einen Millimeter brauchen sie etwa einen Monat, dafür benötigen Fingernägel nur eine Woche.1

Ursachen von Nagelproblemen

Es gibt verschiedene Ursachen von Nagelproblemen. Sie können dazu führen, dass sich das Aussehen der Nägel oder ihre Struktur verändert. In den meisten Fällen steckt hinter solchen Nagelveränderungen keine ernste Ursache. Hin und wieder können sie aber auch ein Hinweis auf eine Krankheit sein.

Nagelprobleme durch Jahreszeitenwechsel

Anders als die Haut können die Nägel ihren Feuchtigkeitshaushalt nicht selbst regulieren. In der kalten Jahreszeit trocknen sie durch die warme Heizungsluft innen und die kalte Luft draußen aus und werden spröde. Da Kälte zudem das Nagelwachstum verlangsamt4, sind die Nagelplatten den täglichen Beanspruchungen noch länger ausgesetzt. Die Folge sind Nagelveränderungen. Häufig kommt es zu brüchigen, weichen und splissigen Fingernägeln.

Nagelprobleme durch Reinigungsmittel

Im Alltag werden die Nägel stark belastet, vor allem die Fingernägel. Sie kommen immer wieder mit Reinigungsmitteln wie Seifen oder Waschmitteln und diversen anderen Chemikalien in Kontakt. Auf Dauer setzten die enthaltenen Stoffen den Nägeln so zu, dass sie rau und brüchig werden.5 Das passiert zudem bei vielen Nagellacken und lösungsmittelhaltigen Nagellackentfernern.6 Auch eine übertriebene Handhygiene, bei der Nägel unter anderem mit zu viel Wasser in Kontakt kommen, kann den Nägeln Feuchtigkeit entziehen und ihre Beschaffenheit verändern.

Nagelprobleme nach Gelnägeln

Lackierte Nägel erfreuen sich vor allem bei Frauen großer Beliebtheit. Doch oftmals ist die Freude nur von kurzer Dauer, denn der bunte Lack hält nur wenige Tage. Gelnägel sind daher eine beliebte Alternative. Sie versprechen schöne Nägel über mehrere Wochen hinweg. Doch was auf den ersten Blick toll und gepflegt aussieht, kann den eigentlichen Naturnägeln ganz schön zusetzen und zu Nagelproblemen führen.

Denn künstliche Nägel und Gelmodelagen schädigen die Hornschicht der Fingernägel. Sie werden auf Dauer weich und brüchig. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass sich in der Spalte zwischen Kunst- und Naturnagel leicht Hohlräume bilden, in denen sich Bakterien und Pilze einnisten können. Erkrankungen wie Nagelpilz können die Folge sein.6

Nagelprobleme durch Nährstoffmangel

Brüchige und splissige Nägel können auch ein Hinweis auf einen Nährstoffmängel sein.7 So können Nagelveränderungen auftreten, wenn Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente oder essentielle Fettsäuren fehlen. Dies kann zum Beispiel im Fall einer einseitigen Ernährung in Folge von Diäten gegeben sein. Auch Erkrankungen die mit einer Mangelernährung einhergehen wie Magersucht können zu einem Nährstoffmangel führen.8 Meist bringt dieser auch noch weitere Symptome mit sich wie Haarausfall, trockene und juckende Haut, Kreislaufbeschwerden sowie Konzentrationsstörungen.

Nagelprobleme durch Erkrankungen

Auch Krankheiten können zu Nagelproblemen führen. So führen beispielweise Hauterkrankungen wie Ekzeme und Knötchenflechte zu Nagelveränderungen. Weiterhin können auch spezielle Nagelerkrankungen wie Nagelpsoriasis oder Nagelpilz Probleme verursachen. Dasselbe gilt für Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, eine Unterfunktion der Schilddrüse oder der Nebenschilddrüse sowie für die chronisch entzündliche Gelenkerkrankung Rheumatoide Arthritis. Auch Erbkrankheiten wie spezielle Nagelbildungsstörungen können Nagelprobleme hervorrufen. Sie treten allerdings sehr selten auf.7

Typische Nagelveränderungen und Nagelkrankheiten

Längs- und Querrillen: Wenn von Rillen in Bezug auf Nägel gesprochen wird, handelt es sich um Vertiefungen auf dem Nagel beziehungsweise der Nagelplatte. Dabei ist Rille aber nicht gleich Rille. Es wird zwischen Längs- und Querrillen unterschieden. Längsrillen sind dabei als harmlos zu betrachten. Bei ihnen handelt es sich oft um eine ganz normale Alterserscheinung.3 Querrillen deuten hingegen darauf hin, dass das Wachstum des betroffenen Nagels zeitweise gestört war.3 Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Nagelwurzel verletzt wurde.

Nagel Quer- Längsrillen Illustration

Nagelspliss / Nagelbruch: Je nach Art des Nagelbruchs wird nach der Onychoschisis (lamellenartiges Absplittern) und der Onychorrhexis (längsfaseriges Aufsplittern) unterschieden.1,9 Oft wird dieses Nagelproblem durch langes Händewaschen, Reinigungsmittel beziehungsweise Chemikalien oder auch Nagellack hervorgerufen. Auch ein Nährstoffmangel kann die Ursache sein.

Nagelspliss/Nagelbruch Illustration

Verfärbungen: Gesunde Nägel schimmern schwach rosa und glänzen matt. Durch verschiedene Auslöser können sie sich aber verfärben und das innerhalb oder unterhalb der Nagelplatte. Vom Farbspektrum kann dabei vieles gegeben sein: weiße, gelbe, grüne, braune, graue, schwarze Verfärbungen. Weiße und bräunliche Verfärbungen können beispielsweise durch Schuppenflechte hervorgerufen werden.1 Weiße Verfärbungen entstehen meist durch Verletzungen, zum Beispiel bei der Nagelmaniküre.

Illustration zu Nagelverfärbungen

Nagelplattendefekte: Bei sogenannten Nagelplattendefekten kommt es zu einer unebenen Nageloberfläche. Dabei werden Grübchen, auch Tüpfel genannt, gebildet. Sie sind etwa stecknadelkopfgroß und werden beispielsweise durch Schuppenflechte verursacht.1

Nagelplattendefekte Illustration

Ablösungen: Die Ablösung der Nagelplatte wird in der Fachsprache auch Onycholyse genannt. Sie tritt meist im Zusammenhang mit anderen Nagelerkrankungen auf wie Nagelpsoriasis. Aber auch systemische Erkrankungen wie Leukämie oder Schilddrüsenerkrankungen können dazu führen. Abgelöste Nagelanteile sind meist weißlich gefärbt. Eine totale Ablösung tritt sehr selten auf.1,3

Nagelablösungen Illustration

Krümelnägel: Krümelnägel stellen eine besonders schwere Form der Schuppenflechte dar. Dabei kommt es zu einer vollständigen Zerstörung der Nagelstruktur. In Folge zerfällt die Nagelplatte. Neben dem Abbröckeln zeigen sich zudem häufig gelbliche Verfärbungen.7

Krümelnägel Illustration

Rollnägel: Bei Rollnägeln handelt es sich um eine krankhafte Krümmung der Nagelplatte. Die Ränder der Nägel sind dabei sehr tief in der Nagelfalz verborgen. Die Krümmung kann in verschiedenen Formen auftreten: Tütenform, Ziegelform, seitliche Randfaltung. Rollnägel werden häufig durch zu enge Schuhe hervorgerufen, aber auch Stoffwechselstörungen können der Auslöser sein. Durch Rollnägel entstehen häufig eingewachsene Nägel. Es kann aber auch zum Einreißen des Nagelrandes kommen sowie zu einer Überempfindlichkeit des Nagelbettes.1

Illustration von Rollnägeln

Hohlnägel/Löffelnägel: Bei dieser Nagelveränderung kommt es zu einem immer dünner werdenden Nagel. Mit der Zeit entsteht dadurch eine Delle im Nagel. Hervorgerufen wird dies durch beispielsweise einen Eisen- oder Vitaminmangel, aber auch durch Durchblutungsstörungen oder Erkrankungen wie Diabetes und Schuppenflechte.1

Hohlnagel/Löffelnagel Illustration

Nagelpilz: Nagelpilz wird in den meisten Fällen durch sogenannte Fadenpilze hervorgerufen. Diese dringen durch kleinste Verletzungen in den Nagel ein und führen dazu, dass der Nagel zunächst seinen natürlichen Glanz verliert. Im weiteren Verlauf verfärbt sich der Nagel gelb-bräunlich. Außerdem verdickt sich die Nagelplatte und kann zu bröckeln beginnen. Nagelpilz ist eine sehr hartnäckige Erkrankung. Nur durch eine konsequente Therapie kann sie geheilt werden.10

Nagelpilz Illustration

Neben den genannten typischen Ursachen für Nagelprobleme gibt es noch viele weitere Auslöser, die zu Veränderungen an den Nägeln führen können wie Nagelbildungsstörungen, eine Chemotherapie, die Wechseljahre oder auch Medikamente.

Nagelprobleme behandeln

Nagelveränderungen können für Betroffene zu einer Belastung werden, gelten schöne Nägel doch als Merkmal für Schönheit und ein gepflegtes Äußeres. Daher sollten Nagelprobleme nie hingenommen, sondern so schnell wie möglich angegangen werden. Dabei gilt es im ersten Schritt, den Auslöser für die Veränderungen zu finden.

Nicht hinter jedem Nagelproblem steckt eine ernste Ursache. Um herauszufinden, was genau der Auslöser ist, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Doch welcher Arzt ist der beste Ansprechpartner bei Nagelproblemen? In der Regel immer der Facharzt. In diesem Fall ist das der Hautarzt (Dermatologe). Er weiß am besten über Nägel Bescheid und kann eine genau Diagnose stellen. Außerdem wählt er die bestmögliche Behandlung für die beanspruchten Nägel aus und kann Informationen darüber geben, ob gegebenenfalls auch Hausmittel bei Nagelveränderungen helfen können.

Je schneller der Auslöser für die Nagelveränderungen gefunden wird, desto eher und effektiver kann der Experte die Nagelprobleme behandeln. Betroffene sollten daher bereits bei leichten Nagelveränderungen, die längere Zeit bestehen, oder bei Anzeichen von starken Nagelproblemen einen Arzt aufsuchen.

Nagelprobleme vermeiden

Einige Nagelveränderungen lassen sich vermeiden. Dafür gilt es, im Alltag und bei der Nagelpflege einige Dinge zu beachten.

Weitere Tipps und Tricks rund um die Behandlung von Nagelproblemen gibt es hier.

Autorin
Anika Bittorf

ist gelernte PR-Redakteurin und -Beraterin im Bereich der Gesundheitskommunikation. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der digitalen Gesundheitskommunikation sowie der Erstellung von Content- und Kommunikationsstrategien.

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Die Abteilung Medical Affairs ist Ansprechpartner für medizinisch-wissenschaftliche Fragestellungen zu den Produkten und Therapiebereichen der Almirall Hermal GmbH.

Schreiben Sie uns bei weiteren Fragen gerne eine Mail: medinfode@almirall.com ✉

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