Autorin: Anika Bittorf
Geprüft von: Medical Affairs

Leuchtend rot, knallig pink oder tief schwarz – die Palette farbiger Nagellacke kennt keine Grenzen: Nägel mit Signalwirkung sind im Trend! Doch oftmals ist die Freude nur von kurzer Dauer, denn der bunte Lack hält nur wenige Tage. Gelnägel sind daher eine beliebte Alternative. Die meist propagierte lange Haltbarkeit von bis zu mehreren Wochen lockt viele Liebhaber von farbig-lackierten Fingernägeln in die Nagelstudios.

Bei einer aufwändigen Maniküre werden die Naturnägel künstlich verlängert und mit einem Gel verstärkt. Doch was auf den ersten Blick schön und gepflegt aussieht, kann sich schnell als Risiko für die Gesundheit der Nägel entpuppen: Wie eine Untersuchung zeigt, können die Naturnägel durch künstliche Nägel erheblich beschädigt werden.1 In der Folge werden sie weich, dünn und rissig.

Nagelschäden durch Gelnägel

Schöne und gepflegte Fingernägel sind wie eine Visitenkarte. Besonders wenn die natürlichen Fingernägel weich und brüchig sind, werden sie gerne künstlich verstärkt. Doch wie US-Forscher zeigen, kann die Behandlung die natürliche Nagelstruktur deutlich schädigen.1

In der Studie wurden die Fingernägel von mehreren Probandinnen vor dem Auftragen einer Gel-Maniküre und nach dem Entfernen mit Aceton beurteilt. Bei allen Probandinnen konnte nach Abschluss der Untersuchung eine verschlechterte Nagelbeschaffenheit beobachtet werden: Die Nagelplatte war deutlich verdünnt und brüchig. Zudem waren die Nägel unnatürlich aufgehellt.

Die Autoren führen diese Beschädigungen der Nägel auf verschiedene Ursachen zurück. So kann bereits das Anbringen der Gelnägel den Nagel schädigen. Die Nagelplatte muss, je nach verwendetem Produkt, angeraut werden, damit sich das Gel fest mit dem Nagel verbinden kann. Wird dabei zu viel Nagelmaterial von der obersten, festen Nagelschicht abgetragen, wird der Nagel immer weicher. Zudem gelangt unter dem Gel kein Sauerstoff mehr an den Nagel, was die Qualität der Hornschicht zusätzlich verschlechtert.

Aber auch das Entfernen der Gelschicht strapaziert die Nägel und die empfindliche Nagelhaut. In den meisten Fällen werden die künstlichen Nägel durch Abschleifen der Gelschicht entfernt. Je nach verwendetem Material kann der Kunstnagel auch durch ein Acetonbad abgelöst werden. Dadurch lässt sich die Gelschicht zwar einfach lösen, es entzieht dem Nagel aber viel Feuchtigkeit und kann ihn dadurch zusätzlich trocken und brüchig machen.1

Fünf Tipps: Künstliche Fingernägel wieder loswerden

Gelnägel sind eine beliebte Methode für schöne und gepflegt aussehende Fingernägel, ohne täglich neu lackieren zu müssen. Doch die Maniküre bleibt nicht ohne Folgen. Mit dem Herauswachsen des Gels stellt sich nach rund drei Wochen die Frage: Die Nägel neu machen lassen oder ganz auf die künstliche Verstärkung verzichten?

Viele scheuen sich davor, die Gelnägel wieder entfernen zu lassen, denn oft hat der natürliche Nagel unter dem Gel sehr gelitten. Die Nägel werden brüchig, dünn und splissig. Einfache Tipps können helfen, die Übergangszeit, bis der eigene Nagel wieder nachgewachsen ist, zu überbrücken.

  1. Gelnägel ade: Wann ist der beste Zeitpunkt
    Fingernägel wachsen im Sommer schneller und gesünder als im Winter. Daher ist die warme Jahreszeit ideal um sich langfristig von der künstlichen Gelschicht zu trennen. Eine ausgewogene Ernährung, mit viel Zink, Biotin und Silizium kann dies zusätzlich unterstützen.
  2. Empfindliche Nägel schützen
    Die Gelnägel zu entfernen ist für die Fingernägel sehr strapaziös – oft geht dabei weiteres Nagelmaterial verloren und sie werden empfindlich dünn. Sind die künstlichen Nägel ab, sollten die eigenen Nägel vor mechanischer Belastung und aggressiven Chemikalien geschützt werden. Haushaltshandschuhe schützen Nägel und Hände vor scharfen Putzmitteln und bei der Gartenarbeit.
  3. Die Nagelhaut pflegen
    Nicht nur die Nägel benötigen nach der aggressiven Behandlung viel Zuwendung, auch die empfindliche Nagelhaut leidet. Beim Abfeilen des Gels kann es zu Verletzungen der umliegenden Haut kommen, die sich entzünden kann. Aceton reizt die Haut zusätzlich. Reichhaltige Nagelöle und Cremes beruhigen und pflegen die Nagelhaut, halten sie weich und geschmeidig. Für sehr trockene Haut empfiehlt sich ein Handbad in warmem Olivenöl.
  4. Vorsichtig Feilen
    Damit die Nägel nicht tief einreißen, müssen sie teilweise über Monate hinweg sehr kurz gehalten werden. Bilden sich kleine Ecken oder splittern die Nägel auf, kann abstehendes Nagelmaterial vorsichtig mit einer Glasfeile entfernt werden. Bei Knipsern und Scheren besteht die Gefahr, dass der Nagel weiter einreißt.
  5. Nagel-Aufbau-Kur
    Medizinische Pflegelacke geben den Nägeln fehlende Mineralien zurück: Sie ziehen in den Nagel ein und transportieren wichtige Nagel-Bausteine, wie Kieselsäure und Silizium direkt in die Nagelplatte. Das stärkt die Nägel und mindert Nagelspliss. Für geschädigte Nägel kann der Pflegelack Sililevo aus der Apotheke über drei Monate als Kur angewendet werden.
Autorin
Anika Bittorf

ist gelernte PR-Redakteurin und -Beraterin im Bereich der Gesundheitskommunikation. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der digitalen Gesundheitskommunikation sowie der Erstellung von Content- und Kommunikationsstrategien.

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Die Abteilung Medical Affairs ist Ansprechpartner für medizinisch-wissenschaftliche Fragestellungen zu den Produkten und Therapiebereichen der Almirall Hermal GmbH.

Schreiben Sie uns bei weiteren Fragen gerne eine Mail: medinfode@almirall.com ✉

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Quellen:

  • 1 Chen A et al. Nail damage from gel polish manicure. Journal of Cosmetic Dermatology 2012; 11 27-29.
  • 2 Sparavigna et al. J Plastic Dermatol 2006; 2: 31-38.

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